DA'HOAM LogoDie DA'HOAM segelt durch das Rote Meer und zurück zum Startpunkt ihrer Weltreise in Europa

 

ein staubig, trockener Bericht von Skipper: Udo

 

Der "Nahe Osten"

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN

Zeit zum LesenLogbuch Feb 2001

Zu spät sollte man nicht aus den Malediven auf die ca. 1700 Seemeilen lange Route nach Aden, Jemen lossegeln. Kann der Wind im Februar eh schon recht flau sein dreht er ab März langsam auf einen Nord West Monsun - keine Chance für Kats. Nach 4 Tagen Flaute war etwas Wind und ich dachte "jetzt oder nie!" und bin sogar Nachts aufgebrochen und durch die Vaagaru Kandu Passage des nördl. Riffatolls in den Nord- Malediven von meinem Ankerplatz 7-04'6 N, 72-55'3 E in tiefe Wasser gesegelt. Hurtig zog der Kat los. Wie wenn er sich freuen würde unterwegs zu sein. Kaum aber 40 Seemeilen von Land bleib ich stecken.

Kein Wind.

Wieder ein Hauch.

Wieder nix.

Nach 2 Wochen schleiche ich 90 Seemeilen nördlich um die Insel Suqutra (ihr wisst schon wegen der Piraten) und bleibe ganz stecken. 1 Woche Totenflaute. Von anderen bleibe ich unbehelligt, sehe sie meist auch nicht, kann aber über VHF-Funk die dollsten Dialoge mithören. Wie wenn das Meer nicht groß genug wäre, haben die Fischer ihre Schleppnetze genau in der Hauptschifffahrtsroute Singapore - Suez. 200 Meter Schiffsriesen schlängeln sich also im Slalom durch die Fischerflotte. Vor allem Nachts kommt da Freude auf, denn die Fischer verwechseln mit ihrem mageren English auch noch Steuer- und Backbordseite und ihre Arbeitsleuchten überdecken ihre eigenen Positionslichter. Ich aber sah sie nur aus der Ferne und Piraten sah ich überhaupt keine. Vielleicht hilft der Trick - zeigt keine Deutsche, US oder Australienflagge, den mir scheint nur diese Nationen werden überfallen. Nah genug um aber meine Bayrische Flagge zu sehen ist mir in dem Monat eh keiner gekommen. Nach 3 Wochen sanfte Brise (oder auch keine) hat jemand Einsehen mit mir und unter Blister stürmt die DA'HOAM die letzten 500 Meilen mit Rückenwind nach Aden im Jemen. Einen ganzen Monat ohne einen ander Menschen gesehen zu haben (oder gesprochen) - ich fand es nicht so dramatisch und hier würde mich eh keiner verstehen - die reden alle blos Arabisch. Willkommen im Nahen Osten, das Abenteuer "Rotes Meer" kann beginnen. Detailierte Infos für Segler darüber - meine Website RedSea , hat Helmuth in seine Website www.bluewater.de eingebaut - Spitzen Service.

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN


JemenJemen ist ein Wüstenstaat südlich von Saudi Arabien und westlich vom Oman. Mit Bergen im Westen die über 3000m hoch sind steigt das Gelände im Zentrum der "Republik Jemen" zu einem Hochplateau in dem man aktive Vulkane und Heiße Quellen finden kann. Der Sand von Arabien aber bläst oft bis zur südlichen Küste des Landes. 2/3 des Landes sind unbewohnte Hochebenen, Wüsten und unfruchtbare Küste.

Es beginnt freundlich mit einem herzlichen Willkommensgruß der "Aden Harbor Control" (VHF # 16), bleibt starkwindig auch am Ankerplatz und die Schar der Service - Leister am Peer ist beeindruckend. Wäsche, Diesel... kein Problem (fragt vorher was es kostet - immer!). So nett aber scheinen sie weiter oben an der östlichen Küste nicht zu sein - der Kat neben mir sieht nach einem Piratüberfall mit 2 Kalaschnikovs wie ein Sieb aus. (Siehe Sonderreport www.bluewater.de) Nach dem unproblematischen Einchecken will ich doch wissen wo ich gelandet bin. Tatsächlich am Rande der Wüste. Bizarre Felsen, braungrauer Staub und grinsende Wüstensöhne. Leider hat das Stadtbild von Aden unter den politischen Wirren sehr gelitten.

Was die Teilung des Landes und der Kommunismus nicht schon vernachlässigt haben erstickt nun im Plastikmüll und Wüstenstaub. Schwarz verschleierte Damen huschen im Schatten der Häuser entlang und die, mit Mehrheit Muhbarrak-schal bekleidete Vielzahl der Männer, versucht sich gegenseitig mit Geschrei und wildem Hupen zu übertönen. Leider haben sie den Begriff Kapitalismus etwas mißverstanden und jede Auskunft oder Handgriff kostet Bakschisch. Dem entrücke ich aber indem ich endlich mal wieder kraxeln kann und klettere "Free-climbing" auf den nächsten kahlen Berg. Ein wundervoller Ausblick belohnt dies.

In Aden, der wichtigsten Hafenstadt des Landes wohnen ca. 0,5 Mio Menschen der 14 Mio Yemeniten die durch die Bank 5 mal am Tag beten (Islam), arabisch sprechen und eine Mischung aus Arabern, Afroarabern und Indern sind. Die spärliche Vegitation von Mangroven, Hartgrass und Palmen (abgesehen von einigen Gewürzplantagen im Hochland) wird nur von ihrer Fauna übertroffen - ein paar Zugvögel aus Ostafrika - das wars.

Angeblich ist der Jemen der "unsandigste" Platz der gesamten Arabischen Halbinsel, bedingt durch kräftige Niederschläge der beiden Monsunwinde im März bis May und Juli bis August, wobei die Küste davon nicht viel abbekommt und im Sommer mit bis zu 40 Grad ordentlich warm wird.

Frohe Weihnacht - kein Witz, die Muslime feiern Weihnacht und alles ist mehr oder weniger eine Woche geschlossen. Denk ich mir: "na steigt mer doch am Huat, segl I hoilt weida". Nimm die Postkarten, die Internet-Floppy und verzichte auf die Zigaretten (alles geschlossen) und will meinen Paß. Ja so einfach ist das nicht. Ich hätte ihn täglich gegen meinen Shorepass tauschen müssen, sagt mir der Beamte. War der Harbor Master ausnehmend freundlich stellen sich die hier stur und wollen 1000 Rial (ca. 7 US) Bakschisch - Denkste!

Mir hat gestern schon Muhammed für etwas Obst und ein paar Dosen 20 $ abgeknöpft, und ich heute umsonst in der Innenstadt (Internet...) - also prima aufgelegt. Udo rabiat (kommt ja selten vor und meistens geh ich mit einem Grinsen und ein paar Mark dem Streß aus dem Weg) - jetzt waren die Herrschaften bei mir gerade recht. Der verantwortliche Beamte bekommt die Drohung einer Meldung an die Polizei (vor der hat hier jeder Bammel, scheint's) und meinem Botschafter. Nun werde ich im Büro telefonisch an seinen Chef verwiesen. Dem setzt ich noch eins drauf und drohe mit dem Außenministerium und der Armee (das zieht auch oft, vor allem da der Präsident General ist und ich Augenscheinlich so einem Verein angehöre) - nach 15 Minuten ziehe ich mit meinem Paß ab, mit viel Entschuldigung über das Versehen, blablabla. Den Ausreisestempel hau ich mir zornig selbst auf der DA'HOAM in den Paß und mühe mich den Anker gegen den starken Wind hochzuholen. Eine Winsch habe ich seit Aruba nicht mehr und sonst auch keine Probleme aber bei so starkem Wind ist der 18 kg Bügelanker und 30 Meter Kette ein gutes Ventil gegen meine üble Laune.

Die Wut verraucht kaum bin ich aus dem Hafen - Wind aus Ost (der das Schiff bereits wüstentauglich eingestaubt hat) mit 25 kt - Hei da geht die Post ab und der Computer stellt in Aussicht die Strecke bis Djibouti in 19 Stunden (135 sm) zu bewältigen. Neben riesigen schäumenden Wellen, die die DA'HOAM hinab zu surfen versucht (geht nicht zu - schwer) , sich also ständig am Heck brechen und gluckernd überholen, flitzen wieder Delphine in Dunkler Nacht wie Leuchtspurtorpedos um das Boot. Das ist ungewöhnlich denn sie lieben so große See eigentlich nicht - aber wenn man mit einem Schiff spielen kann das 7 - 8 kt fährt - dolle für beide.

Um 2 Uhr Nachts ein Funkanruf (alles in Arabisch Englisch)

<Vessel on Position 12-03 N und 43-42 E Kurs 240, wohin fahren sie?

Das ist meine Position, denk ich mir sei mal vorsichtig. Für Piraten ist es zwar zu ruppige See und auch noch Nacht - aber Vorsicht vor allem da er keine Kennung vorausschickt. Also improvisiere ich ein bißchen:

>Hier ist ST 043 mit Richtung Djibouti, was kann ich für Sie tun?

<Sind sie eine Yacht, bei dieser Geschwindigkeit?

>Positiv, hier ist ST 043 ein Segel Trainings Schiff der US Navy

<OK! Wieviel Personen haben Sie an Bord?

>5 Offiziere und den Ausbildungsleiter - soll ich ihn wecken?

<Nein, nein Sir. Sind sie bewaffnet?

>Was für eine Frage - die US Navy - aber nicht Nuklear, Frage: welche Station ruft?

Nichts

>Station rief ST 043, kommen!

Nichts mehr - na ist doch merkwürdig oder?

Kurz vor dem Moushba Reef zur Brotzeit läßt der Wind nach und ich schleiche (nach dem Speed der Nacht) mit 4 kt zum Wegepunkt und hab nun noch 10 sm bis zum Hafen. Ein erster Kreis schließt sich. Nachdem ich vor 5 Jahren Afrika in Casablanca, Marokko verlassen habe begrüßt mich der "Schwarze Kontinent" nun an seiner Ostseite in Djibouti.

  

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN


Djibouti

Djibouti ist etwas größer als El Salvador , aber auf keinen Fall so grün. Da das Hinterland fast nur Wüste und durch die Dürre nicht urbar ist wird es doch in 3 Region aufgeteilt. Der Küstenstreifen zum Indischen Ozean, das Vulkanplateau im Süden und dem Zentrum sowie ein Gebirgszug im Norden. Das "Horn von Afrika" teilt seine Grenzen mit Eritrea, Ethopien und Somalia. Gelegen am südlichen Zugang vom Roten Meer kann man oft die Küste von Jemen sehen.

Lac Abbé ist der inoffizielle Nationalpark des kleinen Landes um dem sich alle möglichen Tiere tummeln. Darüber hinaus ist es in Djibouti glühend heiß (45°) und trocken, Regen ist Mangelware und nur Kamele scheinen sich hier wohlzufühlen.

Lac Abbe - Salzsee

Kurz vor dem Moushba Reef zur Brotzeit läßt der Wind nach und ich schleiche (nach dem Speed der Nacht) mit 4 kt zum Wegepunkt und hab nun noch 10 sm bis zum Hafen. Der angekündigte Großstadtflair (Reiseführer) versinkt leider in Plastikmüll und Bauruinen. Aber der Yachtclub an dessen westlicher Seite ich in 4m Tiefe ankere ist sehr sauber. Die Immigration knöpft mir als "Salam 'alekum = Grüß Gott" 20 U$ ab und wünscht mir angenehme 10 Tage Aufenthalt (maximal, sonst erneut 20 US für ein 1 Monats Visa).

Gegenüber den "Schwarzen Krähen" (Mädels) im Jemen sind die durchweg dunkelhäutigen Damen hier farbenfroh und bunt bekleidet und ein Bummel über den Markt ist Stimulans für Nase, Augen und Ohren. Leider ist die Armut augenscheinlich, bettelnde Hände überall (die auch manchmal länger werden - Diebstahl) und bei den Preisen auch kein Wunder. Djibouti mit seinen ca. 750 000 Einwohner und Flüchtlingen hat keine eigene Produktion / Export und die Französische Präsenz (Franzosen sind Visafrei = EU ?) im Marinestützpunkt ist augenscheinlich. Bei meinem schmale Budget kann ich mir eine Filmentwicklung für 20 EU oder Instantkaffee für 12 EU nicht leisten. Aber eine Pizza und meine geliebten Gitanes (ein Hauptgrund warum ich hier bin) sollte schon mal wieder drin sein - also zur Bank (Tip - die Wechselstube gegenüber ist bei selbem Kurs Provisionsfrei - Bank = Traveler Check 20% ). Dort treffe ich Lilli (eine blonde Zürich-Schweizerin, 31) und sie lädt mich nach meiner plumper Anmache zum Mittagstisch ein. Eine Stunde später habe ich einen neuen Maat. Sie ist Tauchführer in Ägypten und war auf einer Rundreise - muß aber bis zum 14 April wieder zurück sein - in Egypt. Ob wir das schaffen? Nachdem sie also ihren Rucksack holt - richtet Udo mal wieder die Gästekammer her. Wie alle Schweizer ist sie nicht total pleite und lädt mich auch noch zum Abendessen ein und danach ins Freiluftkino. Guter Actionfilm leider hab ich aber nix verstanden - alles Französisch. Einen Tag später sind wir schon wieder pleite - bei mir mit Duty Free Zigaretten und sie weil sie so spendabel einlädt. Also nochmals zur Bank. Da sie bereits 2 Jahre in Arabien herumzieht ist ihr Arabisch prima und ich bekomme eine herrlichen Eindruck in die Geheimnisse des Orient. Leila (ihr Spitzname) bildet sich eine Shischa (Wasserpfeife) ein, also wird mit viel Feilschen und Gelächter bei den durchweg freundlichen und leider Kamerascheuen Einheimischen eine auf dem Markt gekauft. Beim Fruchtsaft im nächsten Café stellt sie fest, der Rest des gerade abgeholten Geldes ist in fremde Finger gelangt - sprich aus dem Rucksack geklaut worden.

Pinguin - dressWir bringen also die Wasserpfeife an Bord und holen nochmals Geld für ihr Essen. Die Supermarktpreise sind doppelt so hoch wie in Zürich. Das aber kümmert sie eigentlich nicht so und auf dem Markt werden Unmengen von Salat und Gemüsen gekauft (wer soll das essen?) Das sie nicht unterernährt, aber sehr lustig ist zeigt sie abends. Ich möchte die Daten für den Piratenakt im Jemen und lade alle beteiligten Jachten (die auch hier sind) auf die DA'HOAM ein - zur Wasserpfeifeneinweihungsparty. Es wird ein gelungener Abend und mit ihrer Nahost Erfahrung rückt sie einige Sachen ins rechte Licht. Ein Highlight aber ist der Auftritt in ihrem "Pinguin-kostüm", so bezeichnet sie das Kleid das sie im Irak und Jemen tragen mußte. Alles Schwarz und sogar die blauen Agen werden von einem schwarzer Gazeschleier versteckt - drunter aber hat sie nur einen schwarzen Bikini und zeigt sexy Formen und grellweiße Haut. Ich fürchte sie muß sich auf dem Boot gut einschmieren. Sie ist ganz aufgeregt und noch nie gesegelt. Ihre Bootserfahrung (neben Tauchbooten) holte sie sich als sie aus dem Jemen mit einem kleineren Motorschiff und weiteren 60 Frauen hierher nach Djibouti kam. Wofür ich 19 Stunden brauchte war ihr Kahn 3 Tage unterwegs. Ohne Klo und geschützt nur mit einer Plastikplane - na da ist die DA'HOAM ja ein Luxusboot und bevor wir restlos ausgenommen werden Motoren wir Nachts aus dem Hafen und tuckern gemütlich zum Tauchplatz der "7 Brothers" am Bab (= Tor) el Mandeb - dem südlichen Eingang zum Roten Meer.

 

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN


EritreaZum Mittagessen wären wir da - aber der angegebene Ankerplatz entpuppt sich, selbst bei meinem Tiefgang von 75 cm, als unbrauchbar. Der Meeresgrund steigt von 50m steil zur Küste hoch und ein Ankerversuch mißlingt, da dieser auf der Schrägwand mit ablandigem Wind nicht halten will. Tauchen abgesagt - wir nutzen den moderaten SE Wind und segeln weiter. Lilis Seekrankheit wird in 2 Tagen überwunden und wir segeln, motoren und dümpeln an Assab, Süd Eritrea vorbei und sind nach 4 Tagen in Eritreas größter Hafenstadt - Massawa. Leila First MateDie Einfahrt in den gut geschützten Hafen ist kein Problem und der Hafenmeister lotst uns per Funk an die Peer. Ich habe das Schiff noch nicht einmal fertig vertäut (angebunden) fragen 2 Beamte höflich ob sie an Bord dürfen. In 10 Minuten haben wir unseren Hafenpass, allen Papierkram erledigt und dürfen in den Innenhafen. Vorbei an Schiffswracks und zerbombten Palästen in den Innenhafen, eine Bucht die gegen alle Winde schützt. Aber kaum liegt das Schiff sicher vor Anker flitzen wir mit dem Dinghy zurück zur Peer und erkunden die Stadt. Da uns nur 48 Stunden erlaubt wurden (sonst wären 30 US für ein Visa fällig) geht es Schlag auf Schlag mit dem obligaten Nachrüsten von Diesel, Wasser und Verpflegung. Mmmmhhh - frisches leckeres Brot duftet auf der DA'HOAM überdeckt von Wasserpfeifenwolken und dem Palaver mehrerer Nationen. 7 Yachten liegen hier und stimmen überein - wie überholt doch unsere Segelinformationen sind.

9 ethnische Gruppen bilden mit insgesamt 4,2 Mio. Menschen einen stolzen neuen Staat - ERITREA. Leider ist die Präsenz der UN unübersehbar und zeugt nach wie vor von anhaltenden Spannungen entlang der Grenzen zu Djibouti, Äthiopien und Sudan. Mit der Lethargie ihrer Nachbarn Jemen und Djibouti kann man dieses Land aber nicht gleichsetzten. Natürlich sind die Schiffswracks oder zerbombten Häuser noch Zeugen einer gewalttätigen Vergangenheit, aber selbst ohne US Subventionen (diese lehnen aus Stabilitätsgründen ab), ist dieses Land wirtschaftlich mit schnellen Schritten auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung. Durch staatliche Erlässe sind Gesundheitsfürsorge und schulische Ausbildung mit auf dem höchsten Niveau in ganz Afrika. Die sehr friedfertigen Menschen (nicht einmal die Polizei ist bewaffnet) zeigen einen sehr modernen, weltoffenen Staat in dessen Erscheinungsbild, Bettler, Kat-kauende (verbotene Droge) Nichtstuer oder religiöse weibliche Schleiergespenster sehr rar sind. Bakschisch oder behördliche Repressalien sind unbekannt . Sehr freundliche, unaufdringliche Menschen begrüßen einen in der sauberen Stadt, jeder scheint beschäftigt mit Aufräumen, Umräumen und irgendwie habe ich das Gefühl, hier würde ich gerne mit anpacken. Darüber hinaus aber haben sie, scheint's, immer noch Zeit uns nett den Weg zu einem Laden zu zeigen oder transportieren unsere 60 Liter Wasser umsonst in ihrem Privat -Wagen bis zum Hafentor. Wobei ich mir die Minibustouren schon leisten kann - 0,10 Euro pro Strecke. Gottseidank ist das Shopping Angebot (bei meiner Kriegskasse!), mit Ausnahme von Gemüse, noch recht mager.

Für Yachten, ob nach Süd oder Nord fahrend ist der Küstenstreifen des "Roten Landes" (erythros = griechisch rot) und die vorgelagerten Inseln ein Traum an unbewohnter und unbesuchter Natur. Für Schnorchler und Taucher ist es eines der letzten unberührten Paradiese und mit dem Segelpermit (kostenlos), daß man in Assab oder Massawa erhält überhaupt kein Problem. (Mehr Info dazu s. www.bluewater.de/red-sea/index.htm )

Viel zu schnell läuft das Stundenglas der 48 Stunden ab und wir sagen Ade zur " heißesten Stadt der Welt (Durchschnitt 32°)", durch die Trockenheit und einer ständigen Brise erschien es mir aber weit angenehmer als in Asien. Behördenkosten - Keine und bei einem Bierpreis von 0,40 E hätte ich es länger ausgehalten, aber bis meine Bierphase wieder beginnt bin ich bestimmt schon im Sudan.

Leider haben wir uns aber scheint's die falschen Inseln herausgepickt, den das Erlebnis Tauchen und unberührter Natur zeigt sich uns nur in flachen wüstenartigen Inseln umgeben von Sandstränden und so schön das türkisfarbene Wasser sein mag - zum Tauchen scheint es mir zu eintönig. Wird die Segelroute also erneut umgeworfen - Kurs direkt zur Grenze Sudans.

 

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN


SudanEin Besuch dieses Landes wird von den meisten Botschaften im Moment abgeraten. Das Land lebt seit 16 Jahren im Bürgerkrieg, der bis dito 1,5 Mio Einheimischen das Leben gekostet hat. Die Regierung ist instabil und ein Ende ist nicht absehbar. Die militant Islamische Regierung beschießt fortlaufend Zivile Einrichtungen des Christlich und "Schwarzen" Südens. Hafenanlagen und vorgelagerte Inseln scheinen aber von den Leiden des Landes wenig mitzubekommen und so begrüßt das "größte Land Afrikas" die seltenen Jachten herzlich. Ähnlich wie in Eritrea sind viele Inseln und Küstenabschnitte unbewohnt, bieten herrliche Ankerplätze und fantastische Reviere für Taucher und Fischer. Lokaler Schiffsverkehr ist fast Null da die Regierung wegen zunehmendem Schmuggel die Privatboote eingezogen hat.

Lärmend, tuckernd geht es über die imaginäre Grenzlinie in den Sudan. Das Wetter ändert sich nicht. Bis Mittag fast völlige Flaute und ab ca. 11 Uhr setzt die Landthermik ein und saugt kühlere Luft von der See an. Diesen Wind mit 15 - 20 kt. können wir nutzen um hart gegenan ein paar Seemeilen zu segeln, bevor er gegen 10 Uhr abends wieder völlig einschläft. Gewarnt durch unsere Digitalkarte Motoren wir erst bei ausreichendem Tageslicht in eine Bucht hinter der Grenze. Wir genießen einen Tag ohne Schaukelei und herrlicher Brise. Das überfällige Unterwasserschiff wird von Muscheln und Algen freigekratzt . Die Unterwassersicht in der Gazirat Bay (18-09'8 N 38-24'7 E) ist leider sehr mager, aber die Silhouette der verschiedenen warmen Brauntöne an Land entschädigt und ungerührt unseres Eindringens stolzieren Fischreiher im Wasser und schweben verschiedenen weitere Jäger über unserer Mastspitze.

Wann können wir endlich tauchen - na vielleicht hier? Die Karb Inselgruppe (18-28 N, 38-30 E) entpuppt sich als 5 kleine Inselchen, deren größte ca. 100m lang ist und sage und schreibe 1m über das türkis Wasser am Horizont spitzelt. Der Tidenhub ist hier mit ca. 10 cm nicht wirklich dramatisch aber beim Ankern müssen wir 5 Versuche fahren um einen kleinen Sandflecken zu finden an dem sich der Bügelanker auch eingraben kann und wir die vielen Korallen nicht zerstören. Tauchen würde ich als entspannten Spaziergang betrachten, aber Schnorchler kämen auf ihre Kosten. In 1 - 5 m Tiefe schwimmt genug für ein leckeres Essen und tummelt sich in farbenprächtiger Korallenwelt. Da sich aber der Ankerplatz nicht als Übernachtungspunkt anbietet Motoren wir nach Talla Talla Kebir. 10 sm vor der Insel stell ich um Mitternacht den Motor ab und dümple. Um 5 in der Früh werde ich wach - was hat mich geweckt? Ein Seemann der solange auf einem Schiff lebt, spürt und fühlt Warnzeichen im Unterbewußtsein - ah der Windgenerator dreht - so früh? Eine kleine Wetterfront kommt mit Wolken aus Nord und es frischt auf. Unser Ziel nun anzumotoren hieße gegen Wind und Welle mit ca. 2 kt (4 km/h) zu fahren! 5 Stunden, verbunden mit irrem Gewackel und einem kleinen Cat, der die anlaufenden Wellen hochklettert um dahinter klatschen in's nächste Wellental zu fallen, dabei neue Wassermassen hochschaufelt und diese vom starken Wind über das gesamte Schiff geblasen werden - nicht mein Fall. Kursänderung nach Talla Talla Saqir (klingt ähnlich ist aber 10 sm im W) und unter Segel klappt bereits der erste Ankerversuch.

3 Tage bleiben wir hier - warum? Wir werden mit traumhaften Tauchgängen belohnt, liegen ruhig im Lee der Insel und locken noch weitere 4 Boote an diesen Unterwassertraum ( 18-45'8 N 38-01 E). Im Südosten der Insel am Kap kippt oft die Strömung und transportiert somit genügend Futter für die Fische heran. Wir nutzen diese und vorbei geht es, fast ohne Bewegung im bis zu 2 kt schnellen Unterwasserstrom an Korallentürmen, dabei schleppen ich unser Dinghy an einer Leine einfach mit. Für Taucher hört sich die folgende Aufzählung an wie Seglerlatain. Kaum aus dem Dinghy gerollt tauchen wir im 27° warmen, relativ klarem Wasser auf 16 m und werden vom Strom leider zu schnell von einem großen Adlerrochen getrennt, aber dann beginnt ein Bombardement für die Augen. Schildkröten, Riffhaie, Barrakudas, Muränen und und und, um mit einem Gitarrenhai ein Unterwasserfinale einzuleiten. Leila strahlt über das ganze Gesicht - solch ein Konzentration an Unterwasserleben hat sie bei ca. 600 Tauchgängen um die Südspitze des Sinais nie erlebt. Darüber hinaus ist die Korallenwelt absolut intakt und was sich auf der Felseninsel in verschiedenen Ertönen darstellt ist Unterwasser eine Orgie aus Farben.

Ruinenstadt SawakinBei ständig blauem Himmel ist die Navigation per Auge nicht sonderlich schwierig und so stört es nicht dramatisch, daß die Karte Riffe anzeigt - wo keine Riffe sind oder bis zu 2 Seemeilen versetzt sind. Auch das Einlaufen in unseren ersten und letzten Hafen im Sudan - Port Sawakin ist mit ausreichend Licht ein Kinderspiel. Eine Stunde nach dem Ankermanöver wird auch schon die Gelbe Flagge eingeholt (Alles Gesund an Bord) zu der der Quarantäne Offizier seinen Segen gibt. Spektakulär beleuchtet die untergehende Sonne die Ruinen des alten Sawakin, gelassen blinzeln 2 Dromedare herüber und das Abendgebet schallt vom Minarett. Sawakin hat einen sehr eigenen Charme und wer vorher noch nie eine Wüstenstadt gesehen hat wird erschrocken sein. Staub, Armut, Bauschutt und Ruinenteile mit Bretterverschlägen erwarten einen - aber auch lachende Gesichter, duftendes Brot, farbenfrohe kichernde Damen und spontane Gesten des Willkommens. Radebrechend sitzen wir bei Wasserpfeife und Tee mit bestimmt 20 Zuhörern unter dem Sternenhimmel, probieren triefend zuckerige Leckereien oder essen mit der (sauberen?) Rechten, Gebratenene Leber mit Salat.

Wüste

Land und Leute sehen - dazu war ich ausgezogen und wieder einmal zeigt sich eine neue Seite unserer Erde. Bei einer Linienbusfahrt für 0,8 Euro ins 70 km entfernte Port Sudan können die Sinne gar nicht alles aufnehmen was hier in der angeblich wüstenleeren Gegend geboten wird. Dromedarkarawanen wechseln mit Beduinenzelten, Hirtenkinder treiben ihre Ziegen am Straßenrand entlang und bizarre Bergketten zeichnen sich am Horizont unter einem strahlenden, blauen Himmel ab. Regentropfen erlebte ich zuletzt in Sri Lanka - vor fast 3 Monaten.

Wüsten impression

Mögen vorsichtige Stimmen auch von einem Besuch im Sudan abraten - auf meinen Pfaden wurde ich nie übervorteilt, genötigt oder bedrängt. Die militärische oder polizeiliche Präsents auf dem Wasser oder Land war fast Null mit Ausnahme schrottreifer Kanonen an der Hafeneinfahrt und das Fehlen von Geldautomaten wird mit dem absoluten Mangel an Luxusartikeln gut ausgeglichen. Gemüse und Eier sind frisch und billig. Mohammed der Agent erledigt alle Wünsche und Aufträge vorbildlich und ohne weiteren Kosten. Diesel (0,40 Euro) wird vollgetankt, die Wassertanks gefüllt und Leila verabschiedet sich mit dem Visa das ihr Mohammed besorgt hat nach Ägypten. Sie hat noch 10 Tage Zeit um beim dortigen Zoll ihr Motorrad abzuholen.

Aber an Gesellschaft fehlt es nicht. Franz, ein Schweizer Einhandsegler möchte nach unseren Erlebnissen auch tauchen lernen, na da verknüpfen wir doch segeln und tauchen auf unserem Weg in den Norden und halten erst einmal im Sanganeb Riff. Ein großer Leuchturm markiert die Südseite des Riffs aber bei Nacht trau ich mich doch nicht hinein und werde durch die Strömung über Nacht 7 Meilen vorbeigeschoben. Das motore ich mit Tagesanbruch bei Totenflaute zurück und setzte in Unkenntnis, wo den nun genau die Einfahrt ist eine neue - die Udo Einfahrt - Kielbooten ist diese aber nicht zu empfehlen (1m tief). Franz war etwas schneller und ankert bereits die Nacht über hier (19-43'87 N, 37-26'61E) und lernt nun die Unterwasserwelt kennen.

Sein erster inoffizieller Tauchgang aber ist im Rumy Reef (19-55'7 N, 37-24'2 E), 10 Seemeilen weiter nördlich. Wir besuchen das Unterwasser-wohnung von J. Cousteau, dem berümten Unterwasserforscher und Taucher. Er war aber nicht Zuhause und so sind wir in der über und über mit Korallen überwachsenen Unterwasserwohnglocke auf 10m Tiefe neugierig herumgetaucht. Es sieht aus wie ein Marsraumschiff. 3 breite Beine stützen die Halbkugel auf einem Sandsockel und wärend es auf einer Seite daneben ins schwarze Dunkel hinab geht, tummeln sich gegenüber viele bunte Korallenfische am Hang der zum Riff hinaufführt. Bis auf 3 Korallenbrocken die 20cm aus dem Wasser ragen ist von diesem ca 2 km großen Riff nichts zu sehen und so ankern unsere Schiff und 5 weitere Tauchboote scheinbar im Nirgendwo. Gewarnt durch Georg, einen Österreicher der die 11te Saison im Sudan mit seinem Chartertauchschiff hier verbringt motoren wir bei leichtem Südwind weiter in Richtung Suez. "Buben, fahrts schnell soweits geht nach Nord, oan Tag oder Zwoa nacha kimmt der Norder und nach hockts fest - werds seng!". Ob's stimmt? Treu sind auf alle Fälle die Delphine die mich fast täglich im gesamten Roten Meer für ein paar Minuten begleiten und vor den Rumpfstpitzen aufgeregt hin und her spritzen.

Treue Begleiter - Delphine

 

JEMEN * DJIBOUTI * ERITREA * SUDAN * ÄGYPTEN


ÄgyptenDer ganz oben angekündigte trockene und staubige Bericht muß für diesen Teil des Meeres umgeschrieben werden. Staubig ja aber trocken? Die DA'HOAM läßt etwas die Flügel hängen, der Skipper auch - denn Georg hatte (ungewöhnlich für Segler) absolut recht. Staubiger Wind genug, aber dieser fast ununterbrochen genau auf die Nase. Innen schwimmt alles (ohne Regentropfen).

Kultur und Gastfreundschaft zeichnen das Land der Pharaonen und ihre Bauwerke sind teilweise Weltwunder. Es ist sicher einen Ausflug in das Land selbst wert. Ich sehe aber oft noch nicht einmal die Küste. Genau am 22 Breitengrad Nord verläuft die neue Grenze zwischen Ägypten und dem Sudan und auch das Wetter ist wie ausgewechselt. Durchgehend blaugrauer Himmel im Norden und schäumende Welle rauschen heran. Fendera ShoalDer Nordwind mit 20 - 30 ktn. Knapp 100 km schaffe ich noch in den Norden dann muß ich mich hinter dem Fendera-Riff vor den mächtigen Brechern verstecken. Franz habe ich dabei verloren aber Mintaka San ein anderer Cat versteckt sich hier ebenso und so ist man, 35 nm zum Festland und umgeben nur von Wasser (den das Fendera Riff hat keine Insel) nicht allein. Marcel ist neugierig auf meine digitale Kartenwelt und ich nutze seine digitale Satellitenanlage und telefoniere mit Europa. Sein Gefrierschrank liefert herrliche Steaks und ich steuere den Wein bei. Nein beklagen müßen wir uns wirklich nicht. Aber weiter kommen wir nicht. Nach 2 Wochen gelingt ein Sprung 80 Seemeilen nach Norden. Wieder ein Riff, wieder warten. Jetzt verliere ich die Lust - ich segle nass. Sprich die 3 Meter Wellen überspülen ständig den kleinen zähen Cat wärend ich bis Saudi Arabien segle, dort wende und so in 24 Stunden ca. 40 nm nach Luv schaffe - ja ein Spass ist das nicht. Alles ist salznass - auch drinnen und so geht es tagelang. Die Ersatzgenua ist nach der UV Konzentration in Asien nur noch in Fetzen und die neue steht nicht prima. Kaum läßt der Wind nach, Motor an. Motorsegeln. Doch auch damit ist 80 nm vor Port Safaga Schluß - das Getriebe ist wieder mal defekt (5te Neuauflage eines Schadens des SonicCatDrive). Die Schweißstelle von Rainer / Lojan aus Galapagos hat auch ausgedient und so geht der Windgenerator samt Rohr Strom für die Fische machen - weg. Glücklich war ich mit dem AirNautic eh nie. 6 (in Worten sechs) mal war er zur Reparatur in den USA und bei 10 kt Wind brachte er mit Lärm magere 1,5 A. (allein für die Transportkosten hätte ich für einen Generator und für die nächsten 5 Jahre Diesel bekommen) Kaum aber bin ich jetzt unter "Nur"-Segel mal wieder kurz vor Saudi Arabien - schläft der Wind ein. Meine Stimmung erinnert an das Westliche Mittelmeer, wo ich mich mehrmals fragte, für was das Ganze gut sei. Südwind. Bis kurz vor Safaga komme ich - Flaute. Aber, Marcel von Mintaka San (dem Kat) ist gnädig und nimmt mich an den Haken. Wir schaffen es tatsächlich bis genau 2 nm vor die Peer von Port Safaga. Es hört sich wie ein Witz an, man kann die Lichter der Stadt sehen und kommt tagelang nicht hin. Selbst mit Vollgas schafft der Kat es nicht gegen die 35 kt Wind. Ankern. In der dritten Nacht reißt auch noch seine Ankerkette, zerstört die Ankerwinsch und nach aller Gesetztmäßigkeit muß noch etwas kommen. Tut es auch. Die Heckspring und Heckleine reißt. DA'HOAM bricht nach vorne aus, schwingt herum, wird zurückgerissen und bort sich mit Krachen in seinen Rumpf. Messer raus und abschneiden, schon treibe ich ab und erreiche mit Sturmsegel den westlichen Rand der Safaga Insel. Erneut hüpft mein kleines Boot in der aufgebrachten See und selbst unter Anker klettern die Wellen bis zur Frontscheibe. Kaum liege ich sicher, düse ich mit meinem Power-Dinghy zu Marcel und helfe ihm, den Notanker zu bergen und seinen Kat aus der Einfahrtsrinne an einen Ankerplatz zu bringen. Gemeinsam reparieren wir sein Loch und trinken sein restliches Bier auf unser Unglück.

Wie immer, die Wellen glätten sich auch hier und er schleppt mich in eine sichere Bucht, sehr zur Begeisterung des Hafenmeisters, der will uns partout an seiner Mole sehen und so dauert das Einchecken zwei Tage. Bitte - die Ägyptische Bürokratie ist nun 7000 Jahre alt und mit Backschisch und viel Geduld zu ertragen - Gnade den Deutschen Gott, wenn deren Bürokratie so alt wird, denk ich mir. Das Getriebe wird mit Bordmitteln repariert und mein Durst im nahen Tauchresort gestillt. Man spricht "Teutsch", da 90% des Tourismus in dieser Region aus Alemania eingeflogen wird und bald ist es Zeit, Jutta in Kairo abzuholen.

Pyramiden

Das Goldstück hat wieder einen Berg von Ersatzteilen und Süßigkeiten mitgebracht, die wir um die Pyramiden herum bis zum Boot schleifen. Schlammhütten stehen neben den Ruinen der alten Pharaonen, umgeben von Hochhäusern aus Stahl, Stein und Glas. Beduinen leben in Ziegenfellzelten neben den Bauern, die aus dem alljährlichen Nil-Schlamm Gärten zaubern. All dies bietet die 20 Millionen-Stadt Kairo - die Hauptstadt Ägyptens. Kaftan und Reeboks, BMWs und Eselkarren - bunte Extreme in einer Stadt, in der sich Ghettoblaster und Muezin gegenseitig übertönen wollen. Wer den Orient besuchen möchte, wird bestimmt schelmisch von allen möglichen freundlichen "Beratern", Händlern, selbsternannten Reiseführern in den Trubel von Bazar, Lasershow der Pyramiden und Restaurants gezogen. Kairo ist auf alle Fälle einen Besuch wert.

Safaga  Dive PeerNach 7 Stunden Busfahrt sind wir zurück in Safaga und mit neuem Schwung und Südwind (!) schaffen wir über 200 nm in 48 Stunden bis 30 nm vor Suez. Nordwind. Nur bei Nacht nimmt er etwas ab und so tuckern wir mit teilweise 0,5 Knoten (entspricht 0,9 km/h) an taghell beleuchteten Ölplattformen, Uferbeleuchtungen und Navigationsfeuern in Richtung Suez. Wer rechtzeitig vor Sonnenaufgang hier ankommt, darf gleich in den Jacht Club bevor, mit Sonnenaufgang beginnend, ein Großschiff nach dem anderen bis zum Mittag hoch in den Norden durch den Canal fährt. Wir organisieren Verpflegung und reparieren. 3 Tage später sind wir 250 U$ ärmer und ebenfalls am späten Vormittag in dem Wüstenkanal unterwegs, der vor über 150 Jahren eingeweiht wurde. Ägyptische ZigarettenLeider ist mein Ägypten-Fazit nicht besonders positiv. Auf meiner gesamten Weltreise wurde ich noch nie so unfreundlich von offizieller Seite Willkommen geheißen, trotz Mubarak-Schal erkennen die einheimischen Muselmanen schnell den Ausländer und benachteiligen ihn durch die Bank. Darüberhinaus bekommt man selbst auf die einfachsten Fragen oft nur falsche, oder nur gegen Backschisch eine Antwort und das Ganze wird mit einem permanenten Sandstrahlgebläse aus Nord überzogen. Hellas schenk den Ouzo ein - ich komme.

 

 

nach Asien?
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